The Artists

Projekt & Kulturschaffende

Künstler.
Innen. Orte.

Wie Kulturschaffende (sich) Räume schaffen
Das Projekt: Wie schaffen Kulturschaffende in der Rhein-Main-Region sich Orte und Räume für Kultur? Dieser Frage geht eine Porträtreihe in Form von Ausstellungen und Artikelserien über Künstler*innen und Kulturschaffende aller Sparten nach. Gemeinsam nähern sich die Porträts mit Fotos regionaler Fotograf*innen und mit Texten von Urban shorts-Autor*innen den Orten, dem Leben, dem Wohnen und dem Arbeiten von hiesigen Kulturschaffenden an. Nächste Eröffnung: 1. Oktober, 18 Uhr, Deutscher Wetterdienst, Offenbach (s. Ausstellungen).

Künstler.
Innen. Orte.

Offenbach | DWD, 1.10.2026, 18 Uhr
Am 1. Oktober öffnet zum zweiten Mal das virtuelle Atelierhaus K. I. O. im Deutschen Wetterdienst in Offenbach seine Pforten. Auch diesmal wieder mit acht Ateliers, sprich Künstlerinnen- und Künstlerporträts. Diesmal u.a. mit dem Rheingauer Kultmaler und -Comiczeichner Michael Apitz, der Wiesbadener Atelierhaus- und Wohnprojektegründerin Anna Bieler und dem Bad Vilbeler Künstler Klaus Schneider. Die Eröffnung beginnt um 18 Uhr im Foyer des Deutschen Wetterdienstes, Frankfurter Straße 135.

Michael
Apitz

Hausen v.d.H. | Ein Maler in der Landschaft
»Der Künstler? Der wohnt da hinten …«. Da hinten? Irgendwie könnte man es kaum besser beschreiben. Zugegeben: Das »Dahinten« ist eigentlich mittendrin in dem kleinen Ort, direkt hinter der Bushaltestelle an der Hauptstraße. Aber das »Dahinten« war schon so ein Gefühl auf dem Wege dorthinauf, als der Bus irgendwo hinter Wiesbaden seinen Weg durch viel Wald, einige Felder, kleine enge Ortschaften suchte. Hinauf auf rund 480 Meter Höhe über dem hier zwar nicht sichtbaren, aber immer irgendwie präsenten Rhein.

Anna
Bieler

Wiesbaden | Wohnprojekt, Atelierhaus und der Süden
»Irgendwie wollte ich schon immer in Gemeinschaften leben«. – In der Tat: Dass es hier viel Leben und Gemeinschaft gibt, kann man fast spüren, wenn man im Innenhof des über 100 Jahre alten backsteinernen Mietshausensembles mit den typischen Vor-, Mittel- und Hinterhäusern im Wiesbadener Feldherrnviertel steht. Genauer: in den zwei Innenhöfen, dem kleineren vorne mit dem alten, schattenspendenden Baum und dem Sandkasten, dem größeren, lang gezogenen hinten mit dem einladenden Holztisch in der Mitte.

Elena Kotikova
& Nikolai Muck

F.-Praunheim | Zuhause finden mit Kunst und Kultur
»Terz« ist ein Begriff aus der Musik, aber auch Synonym für »Krawall«. Terz heißt auch die Katze von Elena, der Künstlerin, und ihrem Mann, dem Musiker Nikolai. Das Künstlerpaar lebt zusammen mit Katze und Kind in einer geförderten Atelierwohnung in den früheren Praunheimer Werkstätten. Sie sind heute ein Übergangswohnheim für geflüchtete Menschen. Und Elena und Nikolai organisieren kreative Aktionen, die sie dann mit diesen umsetzen.

Christiane Erdmann
& Wulf Winckelmann

Wiesbaden | Künstlerpaar am, im und beim Bau(en)
»Unser Kind, es begleitete uns früher bis zum Küchentisch. Und zuweilen bis ins Schlafzimmer«. Eigentlich kein ungewöhnlicher Satz, wenn Eltern über ihr Kind sprechen. Ungewöhnlich nur, wenn das Kind sich auf fast 5.000 Quadratmetern Fläche ausbreitet, mehrere Stockwerke Höhe einnimmt und ein ganzes Ensemble alter Fabrikgebäude mitten im nobel-beschaulichen Kesselbachtal am Rande der Wiesbadener Kernstadt ist.

Elena Kotikova
& Nikolai Muck

Praunheim | Zuhause finden mit Kunst und Kultur
»Terz« ist ein Begriff aus der Musik, aber auch Synonym für »Krawall«. Terz heißt auch die Katze von Elena, der Künstlerin, und ihrem Mann, dem Musiker Nikolai. Das Künstlerpaar lebt zusammen mit Katze und Kind in einer geförderten Atelierwohnung in den früheren Praunheimer Werkstätten. Sie sind heute ein Übergangswohnheim für geflüchtete Menschen. Und Elena und Nikolai organisieren kreative Aktionen, die sie dann mit diesen umsetzen.

Petra
van Husen

Eltville | Geht Kunst neben ausgetretenen Pfaden?
Eltville ist in gewisser Weise Rheingau pur. Weingüter gibt es hier gefühlt an jeder dritten Ecke. Gesellig beim Wein drinnen und draußen zusammensitzende Menschen ebenfalls. Eine pittoreske Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern, alten (Adels-) Höfen, Kirchen, Kopfsteinpflaster. Geschichte auch noch, waren hier doch einst Gutenberg und der eine oder die andere jener Adligen zu Hause. »In dem Haus, das da gerade renoviert wird …«. »Dort war Gutenberg zu Hause«.

Klaus
Schneider

Bad Vilbel | Ein Leben aus dem Künstlerbilderbuch
Gefühlt ist Bad Vilbel ja schon sehr nahe an Frankfurt. Zwar eigene Stadt, aber doch an zweieinhalb Seiten von der Metropole umgeben. Doch mit seiner alten Burg mit sommerlichen Festspielen, den Fachwerkhäusern rund ums Rathaus, der Alte Mühle, den Parks und Quellen ist es schon recht eigen und eigenständig. Kultur hat hier einen beständigeren, eher weicheren Klang. Seit zwei Jahren nun hat die hiesige Szene wieder einen neuen Akteur, einen Zugezogenen.

Günther
Dächert

Okarben | Hang zum authentischen Handwerk
Man muss schon ein wenig rausfahren zu Günther Dächert. Das Wohnatelier des Fotografen liegt etwas weiter entfernt von der Innenstadt Frankfurts. Rund 40 Minuten mit der S-Bahn braucht es, um in das dörfliche Okarben zu kommen, einen Stadtteil von Karben im Wetteraukreis. Hier lebt und arbeitet der Fotograf seit seinen Kindertagen. Die Umgebung ist agrarisch geprägt. Das Atelier liegt hinten im Hof eines landwirtschaftlichen Betriebes. Die grünen Holztore zeugen davon, dass es mitten hineingebaut ist in eine ehemalige Scheune aus dem 18. Jahrhundert.

Ina
Holitzka

Frankfurt | Jeder Künstlerin wohnt ein Anfang inne
Nichts boomt in Frankfurt wohl derart wie das Bauen. Ob Ostend, Gallus oder Innenstadt – Überall werden permanent neue Büro- und Wohnblöcke aus dem Boden gestampft. Manche Teile der Stadt sehen aus wie eine einzige Großbaustelle. Vor allem das Ostend. So musste die Frankfurter Künstlerin Ina Holitzka einst im dortigen Atelierfrankfurt nur aus dem Fenster schauen, um die Projektionsfläche für ihr großangelegtes Kunstprojekt »Passage« frei Haus geliefert zu bekommen.

Carolin Liebl &
Nikolas Schmid-Pfähler

Offenbach | Zwei Zimmer, Küche, Künstlerhaus
Der niedrige Flachbau duckt sich im Viertel, das in vielen Jahrzehnten gealtert ist. Er stammt aus einer Zeit, in der gerne solche Flanken für die sogenannte soziale Infrastruktur in Quartieren gebaut wurden. Heute wirkt er teilweise unbelebt, etwas aus der Zeit gefallen inmitten des Mixes aus 30er-Jahre-Wohnsiedlung, sowie Ein- und Mehrfamilienhäusern. Wären da nicht einige Schaufenster und die Fassaden, die bunt herausstechen: Das Atelier Wäscherei.

Hans-Jürgen
Herrmann

Offenbach | Leben zwischen Städten und im Atelier
Frankfurter oder Offenbacher – das ist am Ende die Frage, die unweigerlich kommen muss bei Hans-Jürgen Herrmann. Die Antwort: »Bayreuther«. Nein, kein Ausweichen bei der heikelsten Frage zwischen beiden Städten. Es ist Überzeugung. Herrmann stammt aus Bayreuth, ist dort auch immer mal wieder, um nach dem Tode der Mutter nach dem Elternhaus zu schauen. Doch hierzulande kennt man ihn nur als Frankfurt-Offenbacher Fotografen, seit über 40 Jahren.

Ömer & Yeşim Yaprakkıran

Dreieich | Kunst ist in der kleinsten Wohnung
»Enjoy!«, flüstert einem die Kaffeemaschine zu, während aus dem Flur Atatürk höchstpersönlich einen kritischen Blick Richtung Esstisch wirft. Ob er sich wie deren Eigner, Yeşim und Ömer Yaprakkıran, ebenfalls eine türkischsprachige Variante der Maschine wünscht? Das Künstlerpaar jedenfalls würde auch ebenso eine deutsche Version begrüßen – doch leider gab es beide nicht. Die Maschine, welche ebenfalls Tee zubereitet, ist ein Geschenk der Tochter.

Setareh
Alipour

Offenbach | Die Orte der Kultur überall gestalten
Vielleicht war jene Ausstellung vor ein paar Jahren einfach so auf dem Grün des Offenbacher Büsingparks jene, die am meisten über Setareh Alipour verrät. Es ging um Alltagsrassismus, um die Erfahrungen junger Menschen, zusammengetragen vom Fotografen Zino Peterek, kuratiert für nur diesen einen Tag von Alipour mit Fotos und Texten, die an den Bäumen hingen und die Geschichten dieser Menschen mit deren eigenen Worten erzählten.

Verena
Freyschmidt

Hanau | Das (Un-) Glück der kleinen Räume
Die Zollamt Studios – das Gebäude hält, was sein Name verspricht: ein ehemaliges Bürohaus, schmucklos, mit dem funktionalen Charme der 50er Jahre. Klingeln gibt es keine, auch keine Namensschilder. Das Foyer ist zugig. Links eine Glastür, dahinter ein umgekippter Einkaufswagen voller Dosen. »Ist das schon Kunst oder kann das noch weg?«. Studierende der Hochschule für Gestaltung, der HfG, bauen eine Ausstellung auf. 

Ralf
Becker

F.-Oberrad | Aus Liebe zu Kunst und Künstler*innen
Wie viele gute Ideen entstand auch diese eher zufällig. Vor gut einem Jahrzehnt hatte sich Ralf Becker in seiner Vier-Zimmer-Dachgeschoss-Wohnung selbst einen kleinen separaten Raum im Flur gezimmert. Eine gläserne Kammer oder überdimensionierte Vitrine, raumhoch, eineinhalb Quadratmeter groß, außen Metallrahmen, innen beleuchtet. Sie sollte eigentlich nur zur Präsentation künstlerischer Neuerwerbungen dienen.

Martin
Böttcher

F.-Höchst | Von Kunst- und Wohngemeinschaften
Höchst, einst selbständige stolze Stadt, später der kleine und gerne unterschätzte Arbeitervorort Frankfurts. Ein Stück am Rande, in der Brüningstraße, parallel zum Main. Zwischen einem kleinen Parkstück, den Hallen- und Asphaltflächen eines Nachkriegs-Fabrik- oder Lagergeländes und einer Mischung von Mietshäusern früherer Jahrhunderte und Nachkriegsbauten. Hier, an einer Straßenkreuzung, sticht eines der Mietshäuser heraus.

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