»Unser Kind, es begleitete uns früher bis zum Küchentisch. Und zuweilen bis ins Schlafzimmer«. Eigentlich kein ungewöhnlicher Satz, wenn Eltern über ihr Kind sprechen. Ungewöhnlich nur, wenn das Kind sich auf fast 5.000 Quadratmetern Fläche ausbreitet, dabei mehrere Stockwerke Höhe einnimmt und ein ganzes Ensemble alter Fabrikgebäude mitten im nobel-beschaulichen Nerotal in Wiesbaden ist. Die Walkmühle – Sie bezeichnet das Künstlerpaar Christiane Erdmann und Wulf Winkelmann liebevoll als ihr »Kind«. Immerhin ist es seit rund zweieinhalb Jahrzehnten Teil ihres Lebens und eigentlich tatsächlich erst vor einigen Jahren erwachsen geworden. Die Walkmühle, einst im Nukleus ein Waisenhaus und eine alte Mühle, welche wiederum das Kinderheim finanzierte. Später eine Brauerei, wovon noch heute Malz- oder Brauhaus zeugen, oder eine Reinigung. Vor zweieinhalb Jahrzehnten entdeckten die beiden zusammen mit einer kleinen Schar Mitstreiter*innen – vom Anwalt über einen Architekt bis zu weiteren Künstler*innen – das mittlerweile mächtig in die Jahre gekommene Ensemble. Über Jahre hinweg arbeiteten sie Pläne aus, es zu sanieren – und, fast wichtiger noch, es zu betreiben; inklusive Businessplan über mehrere Jahrzehnte. Mit der Stadt, der das Ensemble mittlerweile gehörte, 14 bis 15 Millionen Euro sowie unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden machte das Team daraus ein, nun ja: durchaus schickes, Atelier- und Ausstellungshaus, in dem auch andere kreative Gewerke Einzug hielten.

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Lebenslauf

Projekte und Ausstellungen